Räumst Du mit der richtigen Technik auf?

20. Mai 2016

Liebe Ordnungsliebende,

Magic Cleaning ist in aller Munde. Du hast bestimmt auch schon davon gehört. Inzwischen hat Marie Kondo 7.000.000 Exemplare ihrer beiden Bücher verkauft!

Mein Fazit vorweg:
In einem sind sich alle einig – Marie Kondo wirft zu viel weg, wir Deutschen ticken da doch eher anders und beschäftigen uns auch mit den Themen „kann man das noch weitergeben/verschenken“ und Nachhaltigkeit. Meine persönliche Erfahrung ist, dass Dinge wegzugeben viel leichter fällt, wenn man weiß, dass jemand anders noch Freude daran hat. Ihre Art, sich bei Gegenständen zu bedanken, wird von einigen eher müde belächelt und nicht so recht ernst genommen. Ich finde allerdings, dass eine Wertschätzung den Dingen gegenüber und der Arbeit die sie geleistet haben, durchaus angebracht ist 🙂

In Japan herrscht einfach eine andere Kultur, deswegen finde ich die Anwendung mancher Tipps gar nicht so einfach. Marie kommt im kleinen Schwarzen zum Aufräumen um den Dingen den nötigen Respekt und die letzte Ehre zu erweisen. Und sie feiert dabei ein Fest – ein Aufräumfest.

Das wichtigste ist, dass nach einer festgelegten Reihenfolge aufgeräumt wird:
Kleidung, Bücher, Papierkram, Kleinkram, Erinnerungsstücke. Die erste Kategorie ist dabei die leichteste, die letzte Kategorie die schwerste. Diese Kategorien werden jeweils in Unterkategorien unterteilt, bei Kleidung sind das z. B. Oberteile / Unterteile / Sachen zum aufhängen / Unterwäsche / Kleinteile (Schals, Gürtel, Mützen, etc.) / Bekleidung für bestimmte Aktivitäten / Schuhe. So geht es mit jeder Kategorie weiter. Unter Kleinkram fällt alles, was nicht zu den anderen 4 Kategorien gehört, wie z. B. CD’s und DVD’s, Kleinelektrogeräte, Körperpflegemittel, Haushaltsartikel, Wertsachen, Küchenutensilien. Das ist die Kategorie, mit der man sicherlich am längsten beschäftigt ist.

Es wird allerdings nicht nach Zimmern aufgeräumt, sondern nach Kategorien. Das heißt, alle Kleidung wird zusammen gesucht und auf einen Haufen geworfen. Die Skikleidung, die im Keller gelagert wird ebenso wie die Jacken, die im Garderobenschrank hängen. Findet man noch etwas aus der vorherigen Kategorie, obwohl man schon bei der nächsten ist, waren die Sachen offensichtlich nicht wichtig genug und dürfen gleich in die Altkleidersammlung wandern. Nee, meine Kunden würden mich rauswerfen, wenn ich ihnen das vorschlagen würde … 😉

Socken zu Sushi Röllchen

Socken werden nicht mehr zu Kartoffeln zusammen gewurschtelt, sondern zu Sushi-Röllchen und dann aufrecht in Kartons gestellt. Und T-Shirts werden gefaltet und nicht mehr aufeinander gestapelt, sondern ebenfalls aufrecht in Kartons gestellt, so dass man auf einen Blick sehen kann, was man hat und beim rausziehen des untersten Shirts nichts mehr verknuddelt. Das finde ich eine tolle Idee und einige meiner Kunden auch. Das Foto ist aus dem Kleiderschrank der Tochter einer Freundin. Der Tochter gefällt es auch 🙂 Meine Kunden wollen ihre Kleidung allerdings nicht in irgendwelchen alten Kartons, wenn alles schön ordentlich und aufgeräumt ist, darf es gerne in schöne Boxen aus Stoff wandern.

Für die Erinnerungsstücke gibt es einen „heiligen Ort“. Das kann ein Regel sein, ein Schrankfach oder wo man diese Sachen eben aufbewahren möchte. Ich finde allerdings, es darf ruhig auch zwei oder mehr Orte geben. Da kann man nicht alles über einen Kamm scheren, dieses Thema total persönlich und individuell und auch dem muss man als Ordnungscoach mit Respekt begegnen!

Magic Cleaning verändert Dein Leben

Magic Cleaning verändert Dein Leben! Ja, dass das passieren kann, glaube ich sogar. Für die, die es konsequent anwenden, trifft das ganz bestimmt zu. Aufräumen nach dieser Methode bewirkt eine Transformation des Bewusstseins, da wir das Vertrauen in unsere eigene Urteilskraft entwickeln und damit auch automatisch in uns selbst. Man lernt eine neue Wertschätzung den Dingen gegenüber, weil man nur das behält, was einen wirklich glücklich macht.

ScheensammlungWas ich persönlich von dieser Methode halte?
Nun, das ist ganz einfach erklärt, denn auch ich habe selbst aufgestellte Regeln, wie ich mit meinen Kunden arbeite. Ich weiß, dass jedes Ding was man besitzt, einen festen Platz bekommen muss. Nur dann hat man eine Chance, dass es dauerhaft aufgeräumt bleibt. Gleiche Dinge sollten nur an einem Ort aufbewahrt werden, Papierkram, Medikamente oder Büromaterial, alles sollte nur an einem Ort aufbewahrt werden … es muss nicht in jedem Zimmer eine Schere herumliegen, da reicht es, wenn eine in der Küche ist und die zweite da wo die Bürosachen sind. Auf dem Foto ist die Scherensammlung einer Kundin zu sehen, zusammen getragen aus allen Ecken der Wohnung … und sie meinte, das wären noch nicht alle …

Ich bitte meine Kunden gerne, in sich hineinzuhorchen und sich zu fragen, ob sie das Teil wirklich, wirklich noch brauchen und es sie glücklich macht, es zu besitzen. Bei Kleidung hilft die Aufforderung, das Teil anzuziehen oft sehr bei der Entscheidung und es gab schon einige Male echte Aha-Effekte.

Völlig übertrieben finde ich jedoch, wenn ich am Abend nach Hause komme, meine Handtasche auszuräumen, mein Portemonnaie und einige andere Dinge in eine Schachtel zu legen und sie unter dem Bett zu verstauen. Dann soll die Tasche in einen Stoffbeutel gepackt und in den Schrank geräumt werden? Och nööö, ich mach mir doch nicht mehr Arbeit als nötig! 🙂

Möchtest Du meinen Beitrag dazu in der WDR Servicezeit sehen? Das geht hier:
https://www.youtube.com/watch?v=8IHhFdirNWM

 Herzliche Grüße,
Ursula Kittner
Die Ordnungs-Expertin


 

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Eine Antwort zu “Räumst Du mit der richtigen Technik auf?”

  1. Silvia sagt:

    Hallo Ursula,

    wie Du ja aus meinen Blogartikeln zu diesem Thema weißt, bin ich KonMari-Fan.

    Bei der Sache mit der Handtasche bin ich auch ausgestiegen…. 😉

    Ich bin übrigens noch mittendrin im Aufräumfest (gerade in der Küche) und empfinde es wirklich mittlerweile als Fest. Ich mag auch den Begriff.

    Liebe Grüße Silvia

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