Liebe Ordnungsliebende,

in den letzten Jahren habe ich wichtige Dinge gelernt. Über mich selbst. Und für mein Leben. Bis ich Mitte 40 war dachte ich immer nur “Scheiße, Älterwerden ist nix für Anfänger” und inzwischen weiß ich, wie cool das Älterwerden ist. Wie viele tolle Möglichkeiten, Chancen und eigene Veränderungen es mit sich bringt. Wechselhafte Zeiten liegen mir zu Füßen 🙂

Womit wir auch schon bei den Wechseljahren wären. “Schreibt die Ordnungstante jetzt auch über die Wechseljahre?” Ja, weil sie ganz viel mit Ordnung zu tun haben. Und nein, ich erzähl jetzt hier nichts über die diversen Symptome, die damit einhergehen. Über Hitzewallungen, Gewichtszunahme und depressive Verstimmungen, nee, das liegt mit total fern.

Und an dieser Stelle möchte ich mich herzlich für die Einladung von Gela Löhr von lemondays.de zu dieser Blogparade mit dem Thema „Meine Wechseljahre und ICH“ bedanken. Ich werfe nämlich einen “ordentlichen” Blick auf das Thema 🙂

Meine Kundinnen sind fast alle ab Mitte 40 aufwärts. Und ich darf erleben, wie viele Veränderungen die “Jahre des Wechsels” mit sich bringen. Schöne und wundervolle, aufregende und fühlende, achtsame und sich selbst wichtig nehmende, sinnbringende und bedeutsame Veränderungen.

Alles geht seinen Gang

Bis Mitte 40 geht oft “alles seinen Gang”. Ausbildung, Studium, Zusammenleben, Heirat, Kinder und auch der Wiedereinstieg in den Beruf spielen eine bedeutende Rolle. Wir erfüllen Erwartungen, meist jedoch die Anderer, doch was erwarten wir von uns selbst? Ganz tief in unserem Inneren? Was erwarten wir vom Leben? Die Frage stellen sich viele Menschen in dieser Phase des Lebens nicht. Oft ist der Weg vorgezeichnet, “weil man das so macht”, “weil es nicht anders geht”. Weil wir uns oft auch gar nicht erlauben, Wünsche zu haben, eigene Bedürfnisse anzumelden. Im Familienleben ist dafür kein Platz, das ist oft der beherrschende Gedanke, es gilt vielmehr “ich muss doch funktionieren, alles am Laufen halten, Essen kochen, die Kinder versorgen und eine gute Ehefrau sein.

Wechselhafte Zeiten

Erst ab Mitte 40 fangen viele Frauen an, sich nach dem Sinn zu fragen, ob es noch mehr gibt im Leben. Nehmen sich Zeit zum Nachdenken, spüren, reflektieren. War bisher alles richtig so? Schlummert da irgendwas, was bisher nicht raus durfte? Versteckte und verdeckte Sehnsüchte, Wünsche, Talente und Kreativitäten?

So war es bei mir auch. Ich habe schon jahrelang gemerkt, dass da irgendwie noch mehr kommen muss. Auch im Beruf habe ich mich schon mit Anfang 20 gefragt ob es da nicht noch mehr gibt, als meinen langweiligen Job im öffentlichen Dienst. Erst mit Mitte 40, als meine neue Chefin ohne mich im Team weiterarbeiten wolle, wurde der Wunsch “was Eigenes zu machen” so richtig wach. Und damit begann meine wunderbare Zeit, die Zeit des Wechsels …

wechselhafte lemondays blogparade

Neuanfang

Ok, ich habe nun keine Kinder, das macht die Sache sicherlich etwas einfacher. Aber ich wagte den Neuanfang, setzte alles auf einer Karte und machte mich selbstständig. Für mich war es eine der besten, wenn nicht DIE bisher beste Entscheidung meines Lebens.

Gelassenheit

Eine der wichtigsten Mitbringsel der Lebensmitte ist Gelassenheit. Um die Gelassenheit, die ich heute fühle, hätte ich mich in den 30ern beneidet! Früher hat mich gerne mal was auf die Palme gebracht. Und zwar ganz nach oben. In Sekundenschnelle. Heute kann ich mich ganz wunderbar einfach mal zurücklehnen. Mir nicht mehr so viel Druck machen und weniger Erwartungen haben. Einfach mal nichts “müssen” … wie bin ich früher manchmal durchs Leben gehetzt? Ich muss dies, ich muss das, ich muss jenes, schnell mal hier, schnell mal da … nee, ich muss mal grad garnix!

Vertrauen

Eine sehr liebe Freundin hat vor ein paar Jahren zu mir gesagt: “Vertraue”. Ich weiß gar nicht mehr genau, in welcher Situation das gewesen ist, aber es begleitet mich seitdem. Ich vertraue darauf, dass alles so kommt, wie es gut für mich ist. Ich vertraue mir und ich vertraue dem Leben.

Bewussteres Leben

Mein Leben ist inzwischen sehr viel bewusster geworden. Was will ich? Womit fühle ich mich wohl? Was brauche ich? Will ich das jetzt wirklich? In mich hineinhören und nicht über mich hinwegbrettern, wie ich es in vielen Punkten jahrelang gemacht habe, besonders im beruflichen Bereich …

Achtsamkeit

Ich liebe Achtsamkeit, das im Hier und jetzt sein. Ich habe 2012 mal einen MBSR-Achtsamkeitskurs gemacht, zu einer Zeit, als ich sehr unter Strom stand, beruflich wie auch privat. Ich neige dazu, 5 Dinge gleichzeitig zu tun. Doch immer wieder übe ich mich darin, mich zurückzurufen, bewusst durchzuatmen und auf Reset zu drücken. Mal gelingt es mir, mal gelingt es mir nicht. Ich habe seit Beginn meiner Selbstständigkeit einfach so viele tolle Ideen in meinem Kopf, da gerät schon mal was durcheinander 😉 Heute beginnt mein MBSR-Achtsamkeits-Auffrischungskurs. Ich bin gespannt, was er mit mir macht und freue mich auf die nächsten Wochen.

Ordnung, Klarheit, Ballast abwerfen

Immer mehr habe ich den Wunsch nach Ordnung und Klarheit. Meinen eigenen Ballast abzuwerfen. Und es wird weniger und fühlt sich toll an, es macht mich von Tag zu Tag glücklicher und zufriedener. Ich mag mich nur noch mit den wirklich wichtigen Dingen umgeben und bin dankbar für das, was ich habe.

Und genau so geht es meinen Kundinnen. Mit den Wechseljahren kommt der Wunsch das Leben zu entrümpeln, die Seele befreien, das Alte loszuwerden, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, im Hier und jetzt zu leben.

Oft rufen sie mich zu sich, wenn ein Teil schon getan ist, wenn mit Mitte/Ende 40 die Kinder aus dem Haus sind und vielleicht gab es auch die Trennung vom Partner. Manchmal haben meine Kundinnen einen Umzug hinter sich, wieder Vollzeit angefangen zu arbeiten oder sind ihrem Lebenstraum auf die Spur gekommen und haben sich selbstständig gemacht. Sie spüren, dass noch viel mehr Möglichkeiten in ihnen schlummern und dazu gehört, den Ballast abzuwerfen, sich von Altem zu befreien. Plötzlich können sie sich von Dingen trennen, die sie jahrelang mit sich herumgetragen haben. Es reicht dann, wenn diese Erinnerungen in ihrem Kopf und ihrem Herzen sind, da ist das Materielle nicht mehr wichtig und kann weggegeben werden.

Entrümpeln im Außen befreit auch unsere Seele und unser Herz

Und zu der äußeren Ordnung stellt sich auch die Ordnung im Inneren ein. Das ist toll zu beobachten. Dann zeigt sich Raum für etwas Neues. Nicht umsonst heißt es, “Nur wer loslässt, hat beide Hände frei”. Und damit laden sie Leichtigkeit und Klarheit in ihr Leben ein. Das Loslassen des angesammelten Krempels entlastet spürbar.

Rückblick

Wenn ich auf mein eigenes Leben schaue, sehe ich meine Eltern. Mein Vater war selbstständig, meine Mutter hat seinen Papierkram erledigt und als meine Schwester und ich klein waren, war das Geld oft knapp, obwohl es uns an nichts gefehlt hat.

Meine Mutter war die glücklichste Frau der Welt, als sie mit 51, “die Kinder waren aus dem Haus”, in eine feste Anstellung ging. Ihre Zeit des Wechsels. Endlich kam regelmäßig Geld rein. Endlich aufatmen, zur Ruhe kommen.

Ich weiß nicht, ob ich schon mittendrin bin mit meine 48 Jahren, oder ob der große Knaller noch kommt. Ein paar Dinge verändern sich, auch körperlich … und wo kommen die paar Kilo mehr eigentlich plötzlich her? Ich weiß nur das, was meine Frauenärztin mir vor 2 Monaten mit auf den Weg gegeben hat, als ich auf einer Blutprobe bestand, weil ich es “doch jetzt wirklich mal wissen wollte” … “Also, wenn Sie jetzt zu mir kämen und ein Kind wollten, dann würde ich sagen, das müssen Sie bei Amazon bestellen!” Ok, das ist dann wohl mal ‘ne Aussage!

Herzliche Grüße,
Ursula
Die Ordnungs-Expertin

Weitere Artikel der Blogparade zu diesem Thema kannst Du hier lesen:

http://www.crafteln.de/2017/11/Blogparade-wechseljahre.html

https://a-stark.jimdo.com/2017/11/06/meine-wechseljahre-und-ich/559543923/

Meine Gedanken über die Wechseljahre – und warum ich diesen Begriff nicht mag

http://ilona-tamas.de/frauen-gesundheit/wechseljahre_als_fortschritt/

Von Gummibärchen, Zwängen und Königstöchtern – oder meine Wechseljahre;)